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Freiwillige Feuerwehr Leezen

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Die Freiwillige Feuerwehr Leezen gibt es seit 1948. Aus den damals bescheidenen Anfängen hat sich bis heute eine stattliche Wehr entwickelt, die allen gegenwärtigen regionalen Anforderungen entspricht. Ihre älteren Mitglieder blicken auf eine lange Liste von zahlreichen Einsätzen und Übungen zurück. Oft konnten sie durch engagiertes Zupacken Schlimmes buchstäblich im letzten Moment verhindern. Nicht selten waren aber Mühen und Einsatzbereitschaft weniger erfolgreich und sogar vergebens.

 

Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Leezen 27 Mitglieder. Sie kommen aus einem breiten Spektrum von Berufen. Viele Mitglieder bleiben sogar bis zur neu festgelegten Altersgrenze von 67 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst. Erfreulicherweise hat die Feuerwehr in Leezen keine nennenswerten Nachwuchssorgen. Der Nachwuchs kommt überwiegend aus der Jugendwehr, die sich in Leezen großer Beliebtheit erfreut.

 

Vor ihrer Übernahme in den aktiven Feuerwehrdienst durchlaufen die Jugendlichen eine planmäßig organisierte Ausbildung, an deren Ende eine Prüfung abgelegt werden muss.

Schon mit sechs Jahren kann man heute in die Feuerwehr eintreten. Die Kleinen können da schon eine Menge lernen und tun es mit Begeisterung. Man übt das Ausrollen und Kuppeln von Schläuchen, bindet besondere Knoten, befasst sich mit Erster Hilfe und lernt alles rund um die Feuerwehr.

 

Bereits achtmal in Folge waren die Kleinen der Freiwilligen Feuerwehr in Leezen Sieger bei den jährlichen Wettkämpfen, wie der Leiter der Gruppe Norbert Ritter stolz hervorhebt. Auch wenn den Kleinen aktive Einsätze noch verwehrt bleiben müssen, so lernen sie doch frühzeitig für ihr späteres Leben, wie bedeutsam und unverzichtbar freiwilliges persönliches Engagement, Hilfsbereit und Einstehen für die Gesellschaft sind.

 

Um eine ständige Bereitschaft zu gewährleisten, organisiert sich die Feuerwehr in zwei Einsatzschichten. Jede Schicht hat Wehrführer, Gruppenführer, Truppmänner und Maschinisten. Alle Einsatzkräfte durchlaufen eine spezielle Ausbildung für ihre Einsatzposition. Man übt im Rhythmus von 14 Tagen. Dabei werden alle Einsatzszenarien durchgespielt und meistens auch alle verfügbaren Fahrzeuge – großes Feuerwehrauto, Katastrophenschutzfahrzeug, Rettungsboot und Einsatzhilfsfahrzeug - bewegt.

 

Die personelle Absicherung der ständigen Bereitschaft der Feuerwehr gestaltet sich allerdings immer schwieriger. „Viele Mitglieder haben ihren Arbeitsplatz in Schwerin oder in umliegenden Gemeinden und stehen tagsüber nicht zur Verfügung.“, erklärt der Leiter der Feuerwehr, Willi Zipfer, der das Glück hat, am Ort beschäftigt zu sein, „Da kann es manchmal schwierig sein, in einer kompletten Schicht mit dem notwendigen Gerät auszurücken.“

 

Die große Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für unser Gemeinwesen lässt sich besonders eindrucksvoll an der Zahl ihrer Einsätze ablesen. Allein in diesem Jahr musste sie bereits 48 mal ausrücken. „Das Unglück ist nicht berechenbar.“, meint Willi Zipfer,“ Manchmal haben wir drei Einsätze in der Woche und dann wieder vier Wochen keinen Einsatz.“

 

Auch das Einsatzspektrum hat sich über die Jahre sehr verändert. Es geht nicht mehr nur um Brände. Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, Ausschneiden von eingeklemmten Personen aus Pkw`s, Rettung von Mensch und Haustier, Sturmschäden, Noteinsätze auf dem Schweriner See, das sind nur einige Beispiele. „Da gibt es schreckliche Szenarien, die für uns oft schwer verdaulich und psychisch enorm belastend sind.“, erklärt Willi Zipfer, „Um so wichtiger ist es, dass wir ein geselliges Vereinsleben pflegen, das uns auch hilft, die oft schlimmen Erlebnisse am Unfallort gemeinsam zu verarbeiten. – Bei allen schwierigen und psychisch belastenden Einsätzen müssen unsere Jugendlichen natürlich in der zweiten Reihe bleiben.“

 

Willi Zipfer hebt auch hervor, dass sich die Freiwillige Feuerwehr über die notwendige Unterstützung durch die Gemeinde nicht beklagen kann. Die Feuerwehr ist gut untergebracht und nach modernen Erfordernissen ausgerüstet. „Auch sonst hat die Gemeindevertretung immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Dennoch bleiben auch bei uns Wünsche offen. Im Augenblick ist es der Fußboden in der Feuerwehrhalle, der dringend saniert werden muss. Aber das sind eher die kleinen Probleme, die man so hat und vielleicht auch braucht.“, meint Willi Zipfer bescheiden.