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Spritzenhaus

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Das Spritzenhaus am Salemer Weg

 

 

(Baudenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes für Mecklenburg-Vorpommern)

 

 

   Nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 8.8.1875 wurde der Ruf nach einem neuen Spritzenhaus immer dringender, um die Löschgerätschaften, welche in verschiedenen Schuppen untergebracht waren, gemeinsam unter Dach zu bringen. An Löschgerätschaften waren zu dieser Zeit vorhanden:
            1 alte Spritze von 1771
            1 Abprotzspritze
            1 Landspritze
            1 große Leiter
            4 kleine Leitern
            4 eiserne Wasserwagen
            2 hölzerne Wasserwagen
            Schlauchwagen mit Schläuche
            2 Feuerhaken
            4 große Laternen


   Vom Zimmermeister Wilhelm Benduhn und Maurermeister Albert Zastrow wurde eine Zeichnung eingereicht mit massiv gebautem Steigerturm. Dieser Entwurf gelangte infolge von Meinungsverschiedenheiten in der Bürgerausschußsitzung nicht zur Ausführung. Nach Ansicht des Bürgerausschusses käme der Bau wohl doch etwas zu teuer. Von fachmännischer Seite wurde wiederholt darauf hingewiesen, daß doch in absehbarer Zeit der Steigerturm in dem Frankengrund erneuert werden müsse, deshalb sei ein massiver Steigerturm vorteilhafter.
   Auf der Stadtverordnetensitzung am 29.4.1878 wurde beschlossen, auf dem Platz neben dem Salemer Friedhof ein massiv gebautes Spritzenhaus zu errichten, mit der Bedingung, daß der Bau am 1. August 1878 fertig abgeliefert sein müßte. Vom Maurermeister Zastrow und Zimmermeister Benduhn wurde dann das heutige Spritzenhaus erbaut, zuerst noch ohne Steigerturm, weil es etwas billiger war. Die Baukosten betrugen 4096 Mark 32 Pfennig. Herr Benduhn hatte dazu eine Zeichnung angefertigt. Woran es nun gelegen hat, daß der fertige Bau ein ganz anderes Aussehen hat, als die entworfene Zeichnung, darüber ist nichts weiter bekannt geworden.

 

 

 

Zeichnung Spritzenhaus 1878

 

 

 

   Bis 1890 wurden die Übungen der Wehr an dem hölzernen Steigerturm im Frankengrund abgehalten. Im Laufe der Jahre war das Holz desselben so verfallen, daß der Turm nur noch mit Lebensgefahr bestiegen werden konnte. So wurde dann 1891 am Spritzenhaus der bis dahin fehlende Steigerturm nach der vom Maurermeister Harm und Zimmermeister Benduhn eingereichten Zeichnung angebaut. Er wurde am 11.5.1891 durch das Baudepartement besichtigt, für gut befunden und abgenommen.

 

 

Zeichnung Spritzenhaus 1890

Salemer Weg
17154 Neukalen