STICHWORTVERZEICHNIS: 0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Rundweg durch Dobbertin

Vorschaubild

Mit der Gründung des Mönchsklosters um 1220 auf einer Halbinsel des heutigen Dobbertiner Sees siedelten sich hier Bauern und Handwerker an. Zeugen der Geschichte sind immer die Gebäude und baulichen Anlagen eines Ortes. Sie zeigen die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten früherer Generationen und vergangener Jahrhunderte.

 

Unser Rundgang durch das Dorf, welches durch seine Kosteranlage berühmt geworden ist, beginnt vor der Krugscheune. Sie ist ein kulturelles Zentrum mit einer Touristinformation. In den Galerien finden regelmäßig Ausstellungen von Künstlern aus der Region statt. Früher gehörte die Scheune zum Dobbertiner Krug, der schon um 1825 durch das Klosteramt errichtet wurde.

 

Der Krug lag an einer der ältesten West-Ost-Straßenverbindung, die von Dobbertin durch die Schwinzer Heide führte. Das ehemalige Krughaus ist die heutige Gaststätte “Zwei Linden“. Der Platz vor der Gaststätte war schon immer ein Zentrum des Dorfes. In der Güstrower Straße, hinter der Gaststätte, finden wir die zwei ältesten im Jahre 1787 und 1862 errichteten niederdeutschen Hallenhäuser. Die Giebelinschrift “In Gottes Hut steht Hab und Gut auch Leib und Seel und Muth 1862“ des Biermannschen Gehöftes erinnert an die langjährigen treuen Dienste des Dorfschulzen gegenüber dem Klosterhauptmann und an den verheerenden Brand 1862.

 

Wir gehen zurück zur Gaststätte und weiter in Richtung Straße der Jugend. Hier fällt besonders ein Fachwerkgebäude, die ehemalige Klosteramtsscheune, auf. Vor 1816 als Holzmagazin erbaut, wurde sie zur Lagerungen und Trocknung von Bauholz für den Klosterbauhof genutzt. In der Lindenstraße 1 befindet sich die ehemalige alte Post. Sie wurde um 1852 errichtet. In der Lindenstraße standen um 1800 nur acht Häuser mit einzelnen kleinen Ställen.

 

Auf dem Plan der Brandversicherung von 1804 waren schon die Häuser einiger Handwerker wie die des Tischlers, Maurers, Schmieds, Schlachters und Amtsjägers aufgeführt. Das Haus Nr. 16 in der Lindenstraße wurde als Doktorhaus gebaut. Das in dieser Straße auffälligste zweigeschossige Fachwerkhaus ist das 1825 errichtete Samenhaus. Hier wurden Tannenzapfen getrocknet um Samen für die klostereigene Forst zu gewinnen.

 

Das Haus Nr. 13 der Lindenstraße, das ehemalige Klosterforstamt wurde 1804 durch das Klosteramt erbaut und ab 1820 als Forstinspektorenhaus genutzt. Am alten Klosterfriedhof angekommen, sehen wir durch das schmiedeeiserne Tor verschiedene Grabsteine von Conventualinnen (adlige Klosterdamen), Dominas (Vorsteherinnen des Damenstiftes) und Provisoren (Verwalter). Nun gehen wir nach rechts in Richtung Klostergelände. Auf der linken Straßenseite befand sich der Klosterbauhof. Hier war neben dem Amtsmeister (“Klosterpolizist“) auch ein Maurermeister tätig, der mit seinen Handwerkern die Klosterkirche umbaute. Die dazu notwendigen Steine kamen aus den klostereigenen Ziegeleien in Lähnwitz, Schwinz und Mestlin.

 

Vor dem Klostergelände befindet sich als letztes Haus auf der linken Seite der Lindenstraße ein Backsteingebäude. Es wurde Ende 1860 für Klosterbedienstete als Wohnhaus erbaut und 1939 durch den Gartenmeister MOTH erworben. Man kann noch heute die verzierten Giebel, Dachaufbauten, Schornsteine und Umfassungsmauern bewundern. Man kann die Klosteranlage selbstständig besichtigen oder an Führungen teilnehmen. Rechts an der Klosteranlage vorbei spazieren wir durch den angrenzenden Park. In diesem befindet sich das Gemeindezentrum. Am Parkausgang kommen wir an der 2004 errichteten Fischtreppe vorbei. Sie ermöglicht das Wandern der Fische und Kleinlebewesen in der Mildenitz.

 

Die Wassermühle wurde schon um 1820 errichtet. Zum Mühlengehöft gehörten das Müllerhaus, die Kornscheune und ein Backhaus. Die Mildenitz wurde, vom Dobbertiner See aus kommend, unter dem Mühlengebäude hindurch geleitet. Der Mühle schräg gegenüber befindet sich das Müllerhaus. Es ist das älteste Gebäude im Klosterdorf (vor 1755 errichtet). Entlang der Mildenitz kommen wir zur Schulstraße. Hier befinden sich noch weitere sehr interessante Gebäude, z.B. das Pfarrhaus. Es wurde 1755 durch das Klosteramt erbaut.

 

Zum Pfarrhof erweitere man das Ensemble 1760 mit einer Scheune, einem Viehstall und einem Backhaus. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wird das Pfarrhaus seit 2001 wieder als solches genutzt. Das Hirtenhaus wurde 1830 vom Klosteramt erbaut. Das Organistenhaus in der Schulstraße 10 wurde schon vor 1790 errichtet. Ab 1804 diente es als Gerichtsschreiberhaus (Actuariushaus) und ab 1830 befanden sich eine Wohnung und eine Schule darin. Viele andere Katen, die um 1835 errichtet wurden, kann man heute noch betrachten. Am Ende des Rundgangs können wir in der Gaststätte oder im Eiscafe bei einem kleinen Imbiss die vielen Informationen und Bilder des Klosterdorfes Dobbertin Revue passieren lassen.