STICHWORTVERZEICHNIS: 0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Steinschleuse Dömitz

Vorschaubild

Historisches zur Steinschleuse
1568 – 1572 erreicht im Zuge des Baus der neuen Elde von Eldena nach Dömitz, gebaut als Kammerschleuse aus Backstein und Sandstein daraus resultiert auch der Name - Steinschleuse zu damaliger Zeit Hauptschleuse von Dömitz, befindet sich in unmittelbarer Nähe der Festung an einem alten Seitenkanal der Elbe und somit in geschützter Lage, neben dem Schiffsverkehr bei unterschiedlichen Wasserständen von Elbe und Elde schleusenober – und schleusenunterseits sollte das Bauwerk gleichzeitig der Stadt Schutz vor Elbehochwasser bieten,

1722 erster Umbau zum noch heute erhaltenen Schleusenbauwerk, Wappenstein mit Jahreszahl straßenunterseits sichtbar, damalige politische und wirtschaftliche Probleme verhinderten aber eine Entwicklung der Binnenschifffahrt, viele Kanäle und Schleusen waren infolge Kriegseinwirkungen zerstört

1821 – 1822 zweite Sanierung des Bauwerkes, Wappen mit Jahreszahl am Bauwerk straßenoberseits sichtbar,

1831 – 1837 erfolgte eine Sanierung der mecklenburgischen Wasserstraßen,die Mündung der Müritz-Elde-Wasserstraße wurde in den Bereich des heutigen Hafens verlegt, verbunden mit dem Neubau einer großen, modernen Schleuse an diesem Ort, diesem Umstand verdanken wir die Erhaltung der alten Steinschleuse in ihrer ursprünglichen Form mit original backsteinerner Schleusenkammer einschließlich des hölzernen Kammerbodens, Teilen der Stemmtore mit
sandsteinerner Festmachung sowie Wappen – und Inschrifttafeln als älteste Backsteinschleuse Mecklenburg-Vorpommerns

1836 Einstellung der Schifffahrt, alleinige Funktion als Hochwasserschutzbauwerk,

1956 Einbau eines Schöpfwerkes,

2000 – 2001 Rekonstruktion mit Rückbau Schöpfwerk und Einbau neuer Stemmtorpaare,

Steinschleuse Dömitz - Wesentliche Leistungen während der Rekonstruktion
Rückbau Schöpfwerk Wischblenk mit 2 Bergwerkspumpen
Einbau von 2 Stck. neuer Stemmtorpaare:Flügelweite 3,30 m bzw. 2 m,
3 t Gewicht je Flügel, 9m³ Eichenholz
Sanierung der Bausubstanz: Sandsteinabstrahlung, Reparatur und Neuverlegung von 96 m, Sandsteinabdeckung,Einbau von 15.000 Stck. Klinker nach historischem Maß 6x13/27in Sonderfertigung,900 Stck. Normalziegelverbau, Sanierung Brückenunterbau mit Brückengewölbe Uferbefestigung im Ein- und Auslaufbereich: Wasserbausteine und Mutterbodenaufschüttung, Teilsanierung des hölzernen Kammerbodens
Wiederherstellung der historischen beidseitigen Gewölbe
Geländer mit historischer Anpassung
Fernüberwachungsanlage mit automatischer Pegelmessung

Vergabe- und Bauzeitenüberblick
Ausschreibung 2/2000
Submission 3/2000. 5 Bieter
Auftragserteilung Ende 4/2000 an Firma Bilfinger + Berger Schwerin
Bauanlaufberatung 5/2000
Baubeginn 6/2000
Rückbau Schöpfwerk Wischblenk und Sohlberäumung 6 bis 7/2000
Ausbau Stemmtore 7/2000
Abbruch Mauerwerk, Demontage Sandsteinplatten
Wasserbauarbeiten sowie Elektro-, Ramm und Maurerarbeiten 7 bis 9/2000
Mauerwerkssanierung nach Lieferung der Sandsteinformsteine 9/2000
Zwischenabnahme Hofbefestigung 20.10.2000
Weiterführung Brückengewölbesanierung 10/2000
Einbau der Stemmtore 11/2000
Zwischenabnahme Stemmtore, Hochwasserschutz gewährleistet 07.12.2000
Fertigstellung Maurerarbeiten (ohne Gewölbe und Abdeckung) 12/2000
Vorabnahme Brückensanierung 8.11.2000
Elektroarbeiten 11 und 12/2000
Geländer 2/2001
Gewölbesanierung 12/2000-5/2001
Teilabnahme Elektronik, Mess- und Regeleinrichtung 21.3.2001
Mutterbodenabdeckung/Ansaat 5/2000
Bauvorabnahme 07.5.2001
Abnahme 16.5.2001

Rückwärtiger Hochwasserschutz Dömitz
Ein jahrelanger Traum zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Stadt Dömitz wird Wirklichkeit!
Ausganglage: Trotz Vorhandensein von Elb- und Rückstaudeichen an Müritz-Elde-Wasserstraße und Löcknitz einschließlich zahlreicher Hochwasserschutzanlagen wie Deichsiele und Schöpfwerke war für das Altstadtgebiet von Dömitz kein ausreichender Hochwasserschutz vorhanden. Bereits ab einem Elbepegel von größer 5,50 m strömte das Hochwasser der Elbe beidseitig über die Dove Elde ein. Das Bemessungshochwasser der Elbe am Pegel Dömitz beträgt 6,92 m = 17,35 m NN.

 

Planungsverlauf gesamt:

1991 Beginn der Vorplanungsarbeiten

 

1992 Wasserrechtliche Genehmigung zum Neubau der Dreifeld-
Waagebalkenbrücke über die B 195 / Müritz-Elde-Wasserstraße

 

1993 Aufnahme in den Entwurf des Hochwasserschutzprogramms Elbe
des Landes Mecklenburg-Vorpommern

 

1994 Abschluss der Vorplanung und Fertigstellung der
Umweltverträglichkeitsstudie mit Darstellung der Vorzugslösung

 

1995 Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Einzelmaßnahmen sowie den Landschaftspflegerischen Begleitplan

 

1996 Gemeinsames Planfeststellungsverfahren der Wasserstraßenverwaltung und dem Land Mecklenburg-Vorpommern

 

26.03.1997 Planfeststellungsbeschluss
Beginn der Ausführungsplanung der Einzelbauwerke

 

1998 - 2000 Ausführungsplanungen der Einzelbauwerke sowie der Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen